„Recht auf Leben?“ – Was tun, wenn man als Teenager schwanger wird?


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Foto von Anna-Maria W.
Gefahr.

Häufig gab es die Diskussion, ob man, wenn man in einem Alter von ungefähr 15 Jahren schwanger sein sollte, abtreiben sollte beziehungsweise, was die beste Lösung ist. Häufig gab es die Meinung, dass eine Abtreibung das Beste sei, auch die Adoption gibt es als Möglichkeit. Doch ist dies moralisch zu verkraften?

Zunächst ist wahrscheinlich immer ein Schock, wenn man als Teenager schwanger wird, allerdings muss dann dafür eine Lösung gefunden werden.

Doch um sich darüber eine Meinung bilden zu können, sollten erst einmal einige Fakten und die Vorgehensweise geklärt werden. Jedes Jahr werden immer um die 100.000 Embryonen in Deutschland abgetrieben, davon wurden immer mehr als 95% aus eigenem Interesse, also mit einem Beratungsgespräch, abgetrieben; das heißt nicht wegen medizinischen Schwierigkeiten, wenn die Schwangerschaft weiter gehen würde oder nach einer Straftat wie einer Vergewaltigung, was eine Abtreibung auch ohne Beratungsgespräch straffrei machen würde.
Apropos straffrei, ist eine Abtreibung generell straffrei und welche Rechte hat man als Minderjährige? Ja, ist sie, jedoch unter normalen Umständen nur bis zur zwölften Schwangerschaftswoche (SSW), also dem dritten Monat und erst, wenn mindestens drei Tage vor der Abtreibung ein Beratungsgespräch geführt worden ist. Im Normalfall werden bei der Entscheidung für die Abtreibung die Eltern der Schwangeren mit einbezogen. Grund dafür ist, dass der jugendlichen Schwangeren die unwiderruflichen Konsequenzen der Abtreibung für sie, aber auch für das Kind, bewusst sein müssen. Ausnahmen kann der Arzt bei Minderjährigen machen, die er für reif genug hält. Ab einem Alter von 16 Jahren kann in der Regel auch ein Schwangerschaftsabbruch ohne Einstimmung der Eltern erfolgen.
Wichtig sind auch die Kosten, diese betragen in der Regel zwischen 300 und 800 Euro, entscheidend ist hier die Art und eventuell extra anfallende Kosten. Die Kosten müssen in der Regel, also wenn die Abtreibung auf eigenen Wunsch durchgeführt wird, selber getragen werden, die gesetzliche Krankenkasse übernimmt jedenfalls die ärztliche Beratung vor der Abtreibung, die Betreuung durch den Arzt vor und nach dem Eingriff und die Behandlung von Komplikationen. Ausnahmen werden bei Frauen, die zu wenig verdienen und sich so die Abtreibung nicht leisten können, gemacht. In dem Fall von einer minderjährigen Frau wird dies wahrscheinlich der Fall sein. Außerdem werden die Kosten bei medizinischen oder kriminologischen Indikationen übernommen. Wie bereits erwähnt hängen die Kosten von den verschiedenen Möglichkeiten, ein Kind abzutreiben, ab. Eine Möglichkeit ist die medikamentöse Abtreibung, welche jedoch nur bis zum Ende der 9. SSW möglich ist. Zunächst wird man in einer Arztpraxis beraten, die Schwangerschaftsabbrüche durchführt. Hier wird unter anderem abgeklärt, ob etwas gegen die medikamentöse Abtreibung spricht. Dann muss das Medikament Mifegyne eingenommen werden, welches allerdings nur in speziellen Arztpraxen, die einen Schwangerschaftsabbruch durchführen dürfen, bezogen werden kann und ist somit nicht in Apotheken erhältlich. Nach circa 24 Stunden erfolgt bei der Mehrheit der Frauen eine Blutung, welche jedoch schwächer ist als die normale Regelblutung. Bei wenigen Frauen kommt es schon zu einer stärkeren Blutung und es kommt zum Abbruch. Einige Stunden später, ungefähr 36 bis 48 Stunden nach der Einnahme von Mifegyne, wird der Wirkstoff Prostaglandin unter ärztlicher Betreuung angewendet. Dieses führt dazu, dass die Gebärmutterschleimhaut und der Embryo in einer Blutung ausgestoßen wird. Bei keiner Wirkung wird dies erneut angewendet. In mehr als 95% der Fälle ist diese Methode erfolgreich, wenn dies nicht der Fall ist, kann es zu einer weiteren Medikamentengabe, einer Absaugung kommen oder es wird abgewartet, ob sich das noch in der Gebärmutter verbliebene Gewebe von selbst löst. Die am häufigsten verwendete Methode ist jedoch die Absaugung, für die sich in circa 80% der Fälle entschieden wird. Hierbei wird der Muttermund mit einer gynäkologischen Kugelzange festgehalten und die Öffnung von diesem wird mit einem Hegarstift gedehnt. Anschließend wird das Fruchtwasser, die Plazenta, das ungeborene Kind sowie die Schleimhaut der Gebärmutter abgesaugt. Dann wird überprüft, ob alles gut abgelaufen ist und alle Gewebereste vollständig entfernt worden sind, ist dies nicht so, muss gegebenenfalls eine zweite Absaugung erfolgen oder es muss mit einer Curette entfernt werden. Die Curettage, auch Ausschabung genannt, ist eine weitere Methode der Abtreibung. Hier wird der Gebärmutterhals mit Metallstiften erweitert, anschließend wird der Fruchtsack mit dem ungeborenen Kind und der Gebärmutterschleimhaut mit Hilfe einer Curette, einem löffelartigem Instrument, ausgeschabt. Diese Methode wird heutzutage aber meist nur noch zum Entfernen von Resten aus anderen Methoden angewandt.
Die Nebenwirkungen können daher durch die Abschabung Verletzungen der Gebärmutter und psychische Probleme sein, da viele Frauen sich noch im Nachhinein Gedanken über ihr totes Baby machen. Außerdem können Bakterien in die Gebärmutter gelangen, da der Eingriff nicht komplett steril ist.

Spätabtreibungen, die nach der 12. SSW erfolgen, werden durch die Prostaglandin-Methode, die Kalium-Chlorid-Methode oder einem Kaiserschnitt durchgeführt.

Für die Abtreibung spricht, dass es man noch minderjährig und auch noch nicht so reif ist. Außerdem benötigt man viel Unterstützung, egal ob aus finanzieller Sicht, aber auch aus dem Aspekt, dass man meist noch zur Schule geht. Meist steckt man mitten im Leben oder einer Phase, wo man sich erstmal finden muss. Der Aspekt, dass andere schlecht darüber denken könnten, spielt bei den Meisten wahrscheinlich auch eine große Rolle.

Allerdings sollte man sich fragen, ob man es moralisch verkraften kann, einen bis zu drei Monate alten Fötus / Embryo sterben zu lassen. Muttergefühle entstehen bereits während der Schwangerschaft, wie ergeht es diesen Müttern, wenn sie irgendwann bemerken, wie sich die Liebe entwickelt und sie bereits ein Kind abgetrieben haben? Fakt ist, dass das sowohl das therapeutische als auch das reproduktive Klonen in Deutschland durch das Embryonenschutzgesetz verboten ist. Es ist also verboten, einen Zellklumpen zu töten, aber nicht, ein drei Monate altes Embryo abzutreiben? Bei einer Abtreibung wird ein bereits lebendes Lebewesen, auch wenn dies noch sehr klein ist, getötet, beim therapeutischen Klonen nicht. Außerdem hat jedes Baby, egal in welcher Schwangerschaftswoche, ein Recht auf Leben, denn sie haben bereits in der dritten Schwangerschaftswoche einen Herzschlag, können Schmerzen haben und können schon leben, essen und trinken. Sie entwickeln bereits im Mutterleib eine eigene Identität und Individuen. Sobald man bereit ist, mit einem Partner Geschlechtsverkehr zu haben, sollte man gut aufgeklärt und sich den Folgen bewusst sein. Jeder ist mal überfordert und man kann sich auch diesen Ängsten stellen, dies ist also kein Grund für die Abtreibung. Des Weiteren sollte man für seine Fehler geradestehen, denn man sollte berücksichtigen, dass Kinder das größte Gut unserer Gesellschaft sind. Für die eventuellen Schwierigkeiten, zum Beispiel in Form der Finanzierung, gibt es unter anderem Hilfe vom Staat. Wenn man etwas will, kann man alles schaffen!

Generell bin ich der Meinung, dass man sich überlegen sollte, ob man es moralisch verkraften kann, ein Embryo abtreiben zu lassen und somit auch zu töten. Allerdings sollte man die Entscheidung immer auf den Einzelfall beziehen, was das Beste ist, wenn man sich in so einer Situation entscheiden müsste.

von Anna-Maria W. 

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